Ausbildungsunterhalt - nicht nur für Kinder, sondern auch für Ehegatten  

Hat ein Ehegatte ehebedingt eine Schul-oder Berufsausbildung nicht begonnen oder abgebrochen, und beginnt er nach der Scheidung sobald wie möglich mit dieser Ausbildung, dann kann er vom anderen Ehegatten für die Ausbildungszeit Unterhalt verlangen, wenn ein erfolgreicher Abschluss der Ausbildung zu erwarten ist, § 1575 BGB.

Zielführende und schnelle Ausbildung

Voraussetzung ist, dass die Ausbildung einem bestimmten Ausbildungsplan folgt; ein nicht zielorientiertes Studium berechtigt nicht zum Unterhalt, vergleiche BGH FamRZ 1987,795/797. Will der Ehegatte an ein bereits abgeschlossenes Studium lediglich eine Promotion anschließen, hat er hierfür keinen Unterhaltsanspruch, und zwar nicht einmal dann, wenn die Promotion seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt möglicherweise verbessern würden, OLG Düsseldorf, FamRZ 1987,708.
Die Ausbildungskosten (Gebühren, Unterkunft, Bücher etc.) müssen so gering wie möglich gehalten werden.

Unzumutbarkeit für den Unterhaltszahler

Die Finanzierung der Ausbildung kann für den anderen Ehegatten dann unzumutbar sein, wenn die Ausbildung besonders zeit-und kostenaufwändig ist, so BGH FamRZ 1984,561/563 für ein fünfjähriges Archäologie-Studium, bei dem die unbedingt erforderliche Promotion noch weitere drei Jahre in Anspruch genommen hätte.

Abbruch der Ausbildung

Wird die Ausbildung abgebrochen (zum Beispiel wegen Überforderung) besteht kein Anspruch auf weitere Ausbildung. Etwas anderes kann bei Ausbildungs- Unterbrechungen wegen Krankheit gelten.

Arbeitslosenunterhalt nach Ausbildung

Beendet der Ehegatte die Ausbildung, darf er für etwa ein Jahr nach einem Arbeitsplatz in dem erreichten Beruf suchen; danach muss er sich um Arbeit auf seinem bisherigen Level bemühen, OLG Düsseldorf, FamRZ 1987,708.

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