Ehegattenunterhalt - überobligatorische Tätigkeit  

Prinzip und Ausnahmen

 

Jeder Ehegatte muss nach der Trennung und erst Recht nach der Scheidung grundsätzlich für sich selbst sorgen.

Von diesem Prinzip gibt es aber einige Abweichungen. Der Ehegatte, der ein minderjähriges Kind betreut, muss z.B. nicht arbeiten, so lange das Kind noch nicht drei Jahre alt ist. Denn bis zu diesem Alter geht das Gesetz davon aus, dass die Betreuung des Kindes ein Fulltime-Job ist, neben dem eine berufliche Tätigkeit nicht zumutbar ist. Wird der Ehegatte trotzdem schon aktiv und arbeitet neben der Kindererziehung noch zusätzlich, tut er mehr, als er muss, übt also eine überobligatorische Tätigkeit aus.

Entsprechendes gilt, wenn der Ehegatte wegen der Erziehung eines schon älteren Kindes Teilzeit arbeiten müsste, statt dessen aber einen Vollzeitjob annimmt. Die Mehrarbeit ist überobligatorische Tätigkeit.

Berechnung des Unterhalts bei überobligatorischer Tätigkeit

Nun könnte man meinen, dass das aus einer überobligatorischen Tätigkeit erzielte Einkommen bei der Ermittlung des Unterhalts anrechnungsfrei bleibt, also nicht berücksichtigt wird. Das ist aber nicht ganz so. Das zusätzliche Einkommen wird nicht ganz weggelassen sondern im Regelfall halb mitberücksichtigt.

Beispiel: Der Ehemann verdient 3000,00 netto. Die Ehefrau, die getrennt von ihm lebt, erzieht ein 2 - jähriges Kind, muss also eigentlich nicht arbeiten. Trotzdem arbeitet sie Teilzeit für 800,00 monatlich. Für die Unterhaltsberechnung werden aber nur 400,00 davon berücksichtigt. Es wird also ( nach dem Halbteilungsgrundsatz) so gerechnet: 3000,00 plus 400,00 ( und nicht plus 800,00) = 3400,00. 1/2 ist gleich 1700,00. Minus Verdienst der Ehefrau = 400,00 ( und nicht 800,00) = 1300,00. Der Ehemann muss damit 1300,00 Unterhalt zahlen.

Weitere Infos:
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