Einkommen - aus welchem Einkommen muss Unterhalt gezahlt werden?  

Einkommen - das Grundprinzip

Wieviel Unterhalt zu zahlen ist, hängt davon ab, welches Einkommen der Unterhaltspflichtige hat. Dabei ist das unterhaltsrechtliche Einkommen zwar meistens, aber nicht immer identisch mit dem steuerrechtlichen Einkommen.

Was gehört zum Einkommen?

Einkommen sind zunächst alle Bruttoeinkünfte einer Person. Dabei ist Einkommen, das nicht monatlich anfällt ( z.B. Weihnachts- oder Urlaubsgeld) auf das Jahr umzulegen, also durch 12 zu teilen und das Zwölftel dem Monatseinkommen zuzuschlagen.

Einmalige Zahlungen wie z.B. Abfindungen sind auf mehrere Jahre zu verteilen. Viele Gerichte sind der Auffassung, dass sich der Unterhaltspflichtige so behandeln lassen muss, wie wenn er sein ursprüngliches Einkommen weiter haben würde und deshalb auch entsprechenden Unterhalt zahlen muss, und zwar so lange, wie es dauern würde, bis die Abfindung verbraucht wäre, würde sich der Unterhaltspflichtige jeden Monat aus ihr bedienen.

Überstundenvergütungen werden, wenn Überstunden beim Unterhaltspflichtigen berufstypisch sind und das übliche Maß nicht überschreiten, voll auf das Gehalt angerechnet.

Spesen und Reisekosten sind ebenfalls Einkommen, wobei der Unterhaltspflichtige aber natürlich das abziehen darf, was er tatsächlich auf Reisen ausgibt. Bekommt er eine Spesenpauschale, rechnen ihm die Gerichte 1/3 davon als Einkommen an.

Sachleistungen des Arbeitgebers (Firmenwagen, freies Mittagessen, Übernachtungsmöglichkeiten) gelten ebenfalls als Einkommen, soweit der Unterhaltspflichtige sich selbst eigene Aufwendungen erspart.

Wer im eigenen Heim wohnt, muss sich die Miete, die er dadurch spart, als fiktives Einkommen zurechnen lassen (so genannter Wohnwert). Nur in der Zeit direkt nach der Trennung kann hier ein geringerer Wert angesetzt werden.

Auch Einkommen aus Vermietung und Verpachtung und aus Kapitalvermögen, also Zinsen oder Dividenden sind unterhaltsrelevant und damit bei der Berechnung anzusetzen.

Trinkgelder gehören ebenfalls mit zum Einkommen.

Arbeitslosengeld I und Krankengeld zählen ebenfalls mit zum Einkommen, Arbeitslosengeld II jedoch normalerweise nicht.

Auch Elterngeld zählt als Einkommen, wobei im ersten Jahr des Bezugs jedoch ein Sockelbetrag von 300 € und danach ein solcher von  150 Euro abgezogen werden muss, § 11 BEEG.

Kindergeld gilt nicht als Einkommen der Eltern.

Wohngeld ist Einkommen, soweit es nicht erhöhte Wohnkosten deckt.

Auch Leistungen aus der Pflegeversicherung, Blindengeld, Versorgungsrenten, schwer beschädigten-und Pflegezulagen zählen (nach Abzug eines Betrages für tatsächliche Mehraufwendungen) zum Einkommen.

Zum Einkommen zählen auch BAföG-Leistungen, auch wenn sie als Darlehen gewährt werden.

Ermittlung des Einkommens - die Grundsätze

Arbeiter und Angestellte ermitteln ihr Einkommen aus dem Schnitt der letzten 12 Monate, Selbständige aus dem Schnitt des Gewinns der letzten drei Jahre.

Gezahlte Steuern darf man abziehen, ebenso die Sozialabgaben und sonstige Aufwendungen für Altersabsicherung und soziale Absicherung. Dafür sind aber Steuererstattungen hinzuzurechnen.



Siehe auch: Abzüge vom Einkommen, Berechnung des Unterhalts, Unterhaltsrechtliche Leitlinien der Gerichte
Eine systematische Darstellung zum Thema Unterhalt finden Sie unter www.scheidung-muenchen.net/unterhalt

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Weitere Infos:

Hier finden Sie alles Wesentliche zum Thema Unterhalt
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