Scheidung Versöhnungsversuch und Steuerklasse  

Viele Eheleute, die eigentlich die Scheidung betreiben, unternehmen während der Trennungszeit noch einmal einen Versöhnungsversuch.

Keine Unterbrechung der Trennung

Solange in dieser Versöhnungsversuch nicht länger als drei Monate dauert, unterbricht er das Trennungsjahr, mit denen man in die Scheidung vorbereitet, nicht. Ein kurzer Versöhnungsversuch ist daher unschädlich für die Scheidung.

Trotzdem gemeinsame Veranlagung

Auf der anderen Seite kann sich einen Versöhnungsversuch für die von den Eheleuten zu zahlenden Steuern sehr positiv auswirken. Denn grundsätzlich hat jedes Ehepaar, dass während eines Kalenderjahres auch nur kurze Zeit einen im gemeinsamen Haushalt hat, Anrecht auf gemeinsame Veranlagung beziehungsweise auf die günstigeren Steuerklassen. Eine Versöhnungsversuch kann daher im Prinzip dazu führen, dass man im scheidungsrechtlichen Sinn nahezu zwei Jahre getrennt leben kann und trotzdem nur die günstigeren Steuern bezahlen muss, da man im steuerrechtlichen Sinn in beiden Jahren wenigstens für kurze Zeit einen gemeinsamen Haushalt geführt hat.
Ein Beispiel: ein Ehepaar trennt sich Mitte Januar eines Jahres. Im Januar des darauf folgenden Jahres lebt es für einen Versöhnungsversuch etwa eine Woche wieder zusammen und trennt sich dann erneut. Im Laufe dieses Jahres lässt sich das Paar dann scheiden. Es hat für beide Jahre Anrecht auf den günstigeren Steuer-Tarif, weil das Paar zwischendurch wieder für wenige Tage zusammengelebt hat. Durch den kurzen Versöhnungsversuch wurde die für die Scheidung notwendige Trennungszeit nicht unterbrochen.

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