Scheidung und Einkommensteuer - Wann wechselt die Steuerklasse?  

Viele Eheleute meinen, dass sie ab der Scheidung eine andere Einkommensteuer zahlen müssen. Denn schließlich hätte sich ja auch mit der Heirat die Einkommensteuer geändert. Tatsächlich stimmt das nicht wirklich: es kommt nicht auf die Scheidung an sondern auf die Trennung.

Wann die Steuerklasse gewechselt werden muss

Grundsätzlich gilt, dass Ehegatten dann gemeinsam zur Einkommensteuer veranlagt werden können, wenn sie irgendwann während eines Kalenderjahres - und sei es auch nur für kurze Zeit - einem gemeinsamen Haushalt geführt haben. Trennt man sich beispielsweise am 10. Januar eines Kalenderjahres, dann hat man noch für 10 Tage in diesem Kalenderjahr einen gemeinsamen Haushalt geführt. Das heißt, dass man sich für das ganze Jahr noch gemeinsam steuerlich für Anlagen kann. Diesen Vorteil nehmen viele zur Scheidung entschlossene Eheleute wahr. Sie führen einfach für das ganze Jahr noch steuerliche Veranlagung so weiter wie vor der Trennung, zahlen also trotz Vorbereitung der Scheidung nach wie vor die gleiche geringere Einkommensteuer. Tatsächlich ist es sogar denkbar, zwei oder mehrere Jahre getrennt zu leben und immer noch die günstigere Einkommensteuer zu zahlen. Unter welchen Umständen das möglich ist, erfahren Sie unter dem Stichwort Versöhnungsversuch.

Nur in seltenen Fällen wird es vernünftig sein, gleich nach der Trennung die Steuerklasse zu wechseln.

Hier finden Sie unseren Ratgeber Scheidung

 


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