Scheidung und Steuern - wer bekommt den Kinderfreibetrag?  

Jeder, der Kinder hat, hat Anrecht auf einen steuerlichen Kinderfreibetrag. Viele, die einen solchen Freibetrag auf der Steuerkarte eingetragen haben, fragen sich oft, ob sich diese Freibetrag überhaupt auf die zu zahlende Steuer auswirkt. Tatsächlich bringt der Kinderfreibetrag häufig steuerlich überhaupt keinen Vorteil.

Freibetrag oft ohne Auswirkung

Der Grund dafür ist ganz einfach: die meisten Eltern, die Kinder haben, lassen sich einerseits den Kinderfreibetrag auf der Lohnsteuerkarte eintragen und beziehen andererseits das Kindergeld. Beide staatliche Leistungen dienen dazu, die Eltern zu entlasten. Grundsätzlich hat man aber nur ein Recht auf eine dieser beiden Entlastungen. Wer also Kindergeld bezieht, bei dem wird das Kindergeld steuerlich berücksichtigt, und der Kinderfreibetrag hat dann keine Wirkung mehr.
In den allermeisten Fällen ist es günstiger, Kindergeld zu beziehen. Erst ab einem Jahres-Brutto von etwa 50.000,00 Euro fährt man günstiger, wenn man auf den Bezug von Kindergeld verzichtet und stattdessen den Kinderfreibetrag voll in Anspruch nimmt.

Verteilung des Freibetrags

Vor diesem Hintergrund ist es in den allermeisten Fällen egal, welcher der beiden getrennt lebenden Eheleute nun den Kinderfreibetrag bekommt. Trotzdem gibt es auch dafür natürlich eine gesetzliche Regelung. Ab dem Jahr, das auf die Trennung erfolgt, erhalten die getrennt lebende Eheleute jeder für jedes Kind einen halben Kinderfreibetrag. Eine Übertragung des halben Kinderfreibetrags auf dem anderen Ehegatten ist - anders als beim Zusammenleben - dann nicht mehr möglich.

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