Vorzeitiger Zugewinnausgleich - vorzeitige Abrechnung in besonderen Fällen  

Jeder Ehegatte kann vom andern den vorzeitigen Zugewinnausgleich (also einen Zugewinnausgleich vor Einreichung der Scheidung) verlangen.

Vorzeitiger Zugewinnausgleich - die Voraussetzungen

Der vorzeitige Zugewinnausgleich kann aber nur verlangt werden, wenn

  • die Ehegatten drei Jahre oder länger getrennt leben oder
  • zu befürchten ist, dass der andere Ehegatte sein ganzes Vermögen weggegeben will oder vorhat, seinen Zugewinn durch illoyale Vermögensminderungen zu schmälern, oder
  • Der andere Ehegatte längere Zeit hindurch seine wirtschaftlichen Verpflichtungen in der Ehe nicht erfüllt hat und anzunehmen ist, dass er das auch in Zukunft nicht tun wird, oder
  • der andere Ehegatte sich ohne ausreichenden Grund beharrlich weigert, über den Bestand seines Vermögens Auskunft zu geben. Dabei hilft es dann nichts mehr, wenn die Auskunft nach Erhebung der Klage auf vorzeitigen Zugewinnausgleich noch erfolgt. Der Auskunfts unwillige Ehegatte kann den Schaden dann nicht mehr rückgängig machen.

Die Voraussetzungen müssen nicht alle miteinander vorliegen. Es reicht, wenn eine der Bedingungen für den vorzeitigen Zugewinnausgleich gegeben ist. In den meisten Fällen wird der vorzeitige Zugewinnausgleich wohl nach einer Trennungsdauer von drei Jahren und mehr verlangt werden.

Beendigung der Zugewinngemeinschaft zu den gleichen Bedingungen

Unter den gleichen Umständen kann auch gleich der Güterstand selbst es beendet werden, also die vorzeitige Aufhebung der Zugewinngemeinschaft verlangt werden.

Gesetzliche Vorschriften: § 1385 BGB, § 1386 BGB

Siehe auch: Anfangsvermögen, Endvermögen, Zugewinn, Zugewinngemeinschaft, Zugewinnausgleich

Grundsätzlich zum Thema Vermögen bei Scheidung
Hier finden Sie unseren Ratgeber Scheidung


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